Design Sprint

Innerhalb der Discovery-Methoden, die wir für die die Ausgestaltung und Bewertung von Produkt- oder Feature-Ideen verwenden, ist der „Design Sprint“ besonders interessant.

Design Sprints haben den großen Vorteil, dass sie innerhalb von nur 5 Tagen echtes Kundenfeedback zu einem funktionalen Produkt- oder Feature-Vorschlag liefern. Klassische Marktforschung ist demgegenüber entweder sehr abstrakt, weil sie nur allgemeine Wünsche und Neigungen abfragt, oder wird erst spät im Entwicklungszyklus eingesetzt, wenn ein Produkt schon fast fertig entwickelt ist. Das ursprünglich unter anderem von Google Ventures entwickelte Framework für Design Sprints sorgt hingegen dafür, dass zu einem sehr frühen Zeitpunkt konkretes Feedback zu einem Prototyp eingesammelt wird, aus dem sich die Erfolgschancen von Ideen ableiten und sich die Präferenzen innerhalb verschiedener Feature-Optionen klar erkennen lassen.

Design Sprints können durch ihre Schnelligkeit gerade auch in Phasen hilfreich sein, in denen die Produktentwicklung unter hohem Zeitdruck steht oder in eine konzeptionelle Sackgasse geraten ist. Nach einem professionell durchgeführten Design Sprint kann die weitere Produkt- oder Feature-Entwicklung wesentlich fokussierter und mit höherer Erfolgswahrscheinlichkeit vorangetrieben werden – sofern das Marktpotenzial der Ideen weiterhin als hinreichend groß betrachtet wird. In jedem Fall wird die Gefahr von strategischen Fehlinvestitionen durch einen Design Sprint minimiert, was etwa bei mutigeren oder sogar disruptiven Ideen sehr wertvoll sein kann. Auch die Entwicklung des Prototyps selbst ist in den 5 Tagen Design Sprint enthalten, so dass sich dieses Format als ein sehr leistungsfähiger Ansatz mit einem hohen Output und großem Nutzen etabliert hat und dementsprechend von vielen Produktentwicklern eingesetzt wird.

Anwendungsfälle, Beispiele und Vorteile


1.) Test von neuen Herangehens- bzw. Vorgehensweisen zur Problemlösung bzw. Serviceerbringung

  • Beispiel: Chatbot als Marktplatzanbieter
  • Vorteil: Indikation über Erfolgschancen der neuen Vorgehensweise durch echtes Kundenfeedback innerhalb von 5 Tagen statt 5 Monaten

2.) Ausgestaltung neuer Features / Produkte

  • Beispiel: Persönlichkeit des Chatbots (informell vs. formell)
  • Vorteil: Indikation über Kundenpräferenz zur Gestaltung des Features

3.) Evaluierung der möglichen Produkt-Weiterentwicklungen bzw. Validierung vermuteter Customer Pains am realen Beispiel

  • Beispiel: Feature A vs. Feature B (Welches ist dem Kunden wichtiger?)
  • Vorteil: Feedback von echten Kunden zu einem echten Prototyp

Ablauf des Design Sprints

Die 5 Tage des Design Sprints unterteilen sich in die Tätigkeiten Map, Sketch, Decide, Prototype und Test. Das Sprint Team entwickelt gemäß dieser Struktur innerhalb nur einer Woche, ausgehend von einem gemeinsamen Verständnis des Kundenproblems und der prinzipiellen Lösungsidee (Tag 1), eine Menge an Optionen (Tag 2), aus denen dann am 3. Tag diejenige ausgewählt und ausgestaltet wird, die am 4. Tag in Form eines Prototyps implementiert und am letzten Tag in Interviews mit echten Kunden getestet wird. Diesen 5 Tagen geht eine Vorbereitungsphase voraus, die dazu dient, die zentrale Herausforderung des Design Sprints abzugrenzen, auf den Punkt zu bringen und abzustimmen, das Sprint Team zu besetzen, die Problem-Experten für den 1. Tag zu akquirieren, und vielleicht sogar schon die ersten Kunden für die abschließenden Tests zu identifizieren.

Wir können als Anbieter dieses Formats natürlich standardmäßig den „Facilitator“ (Moderator/Leiter) für alle Tage sowie den Interviewer für den letzten Tag stellen. Aber wir sind als IT-Projekthaus darüber hinaus auch in der Lage, einen besonderen Mehrwert zu diesem Format beitragen, weil wir unsere Design Sprint Teams mit ausgewählten IT-Experten besetzen können, die sich mit der Realisierung von digitalen Produkten und Services in der Tiefe auskennen. Anders als reine Produktentwickler oder Kreativagenturen bringen wir damit von Anfang an den Realisierungsaspekt mit in den kreativen Prozess ein und stellen sicher, dass die Ideen und Features durch technischen Realitätssinn „geerdet“ werden.

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Dr. Christoph Tempich

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Head of Product Discovery & Ownership

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inovex hat gemeinsam mit mobile.de zwei Datenprodukte für die Beurteilung von Angebotspreisen („Marketprice“) und für individuelle Fahrzeugempfehlungen entwickelt. 

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Sowohl in den USA als auch in Europa gibt es Überlegungen, Unternehmen stärker zu regulieren, die Daten als Grundlage ihrer Geschäftsmodelle sehen. Es gibt also offensichtlich einige Firmen, die besonders gut verstanden haben, wie man Daten monetarisieren kann. Es gibt aber auch sehr viele Firmen, die es versuchen und weniger erfolgreich sind. Daher haben wir nach den Gemeinsamkeiten erfolgreicher datenzentrischer Geschäftsmodelle gesucht und 5 zentrale Erfolgsfaktoren gefunden.

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