Januar 2021: What’s happening?

Oft sind Situationen, die genau so eintreffen, wie sie im Vorfeld prognostiziert und erwartet wurden, trotz allem nicht weniger emotional frustrierend, wenn wir diese dann erleben.

Das geht mir persönlich im Rahmen der Corona-Pandemie derzeit so: obwohl die zweite Welle und die damit einhergehenden verschärften Einschränkungen bereits im Sommer als sehr wahrscheinlich galten, ist die Realität der erneuten Lockdown-Situation inzwischen auch für geduldige Menschen anstrengend und ermüdend. Vermutlich geht es vielen von uns aktuell ähnlich.

Das geht der Politik derzeit so: obwohl klar war, dass die Impfstoffentwicklung und das anschließende schnelle Hochfahren der Produktion einige Zeit beanspruchen und zahlreiche Risiken beinhalten würde, ist der Aufschrei in der Politik über jede Verzögerung oder Planänderung laut hörbar. Die Phase zwischen „es gibt Impfstoffe“ und „Impfstoffe sind breit verfügbar“ fordert in der Praxis dann eben doch die Geduld stärker als zahlreichen Politikern lieb ist.

Das geht Kanzlerin Merkel so: obwohl die Diskussionen über den Rückstand Deutschlands im Bereich der Digitalisierung schon seit vielen Jahren geführt werden (auch in dieser Kolumne schon 2017 und früher), war das echte Erleben der Defizite im Bereich der Gesundheitsämter, der Schulen und generell der Verwaltung im vergangenen Corona-Jahr oftmals für viele schmerzhaft. „Wo wir nicht gut aussahen, das zeigt sich bis in die heutigen Tage, das ist der Mangel an Digitalisierung unserer Gesellschaft.“ (Angela Merkel, Rede auf dem Davos Weltwirtschaftsforum 2021)

Das geht der deutschen Automobilindustrie so (vertreten durch Volkswagen-Chef Herbert Diess): obwohl schon viele Jahre, auch in der deutschen Ingenieur-Community, gewarnt wurde, Tesla mit seiner oft radikalen Infragestellung des technisch Machbaren (in vielen Bereichen wie Elektroautos, Batterietechnologie, (teil-)autonomes Fahren, Energiespeicher) ernst zu nehmen, wird inzwischen bereits das Mithalten mit Tesla als Herausforderung angesehen. „Es ist nicht einfach, Tesla Paroli zu bieten.“ (Herbert Diess)

Das geht mir persönlich im Bereich der digitalen Bildung so: obwohl ich schon viele Jahre die Erfolge des Chrome-OS-Konzeptes und der Chromebooks im globalen (Bildungs-)Markt spannend finde und regelmäßig darüber spreche, legte diese Geräteklasse erst im Q4 2020 einen signifikanten Sprung in Deutschland hin, stark privat von Eltern getrieben: „… wobei der größte Anteil auf Privatpersonen entfalle. Jedoch sei es ein fließender Übergang, da Familien zurzeit viele Chromebooks zum Homeschooling für ihre Kinder kaufen würden, so Google.“ Die aktuelle Realität der digitalen Bildung in Deutschland wird sehr treffend und schmerzhaft von Jan Böhmermann in dieser School@Home-Video-Einheit illustriert. Dabei geht es im Moment ja eher noch um die „einfacheren“ Dinge wie Geräte, Infrastruktur, Plattformen etc. Denn eine notwendige und vernünftige Grundausbildung im Digitalen generell und im Umgang mit Programmierung für möglichst viele Mitmenschen und vor allem des Nachwuchses steht noch in den Sternen.

Stay healthy, stay hungry, stay foolish.

Herzlichst,

Christian Meder

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Christian Meder

Chief Technology Officer