C. H. Beck Verlag: Implementierung eines flexiblen Image Service auf Basis von Microsoft Azure

Produktbilder sind ein integraler Bestandteil der User Experience von Onlineshops, da sie zur Identifikation und Präsentation eines Artikels dienen. Was dem Nutzer in der Regel verborgen bleibt, ist der enorme Speicherbedarf solcher Bilder.

Im Onlineshop des C.H. Beck Verlags, dem Marktführer im Bereich juristischer Literatur, werden über 7 Millionen Produkte gelistet. Wenn man davon ausgeht, dass jedes dieser Produkte nur durch ein einziges Bild mit 12 KB Größe repräsentiert wird, ergibt sich schon ein Gesamtspeicherbedarf von 84 GB.

Im Shop-System des Verlags wird allerdings jedes Buch durch mindestens 4 Varianten desselben Bildes dargestellt, etwa auf der Landing Page, in den Suchergebnissen und der Detailansicht. So multipliziert sich der Speicherbedarf mit jeder weiteren Darstellung und macht die Integration neuer Ansichten entsprechend teuer. Die Lösung dieses Problems lag nahe: Warum alle Ansichten vorab rendern und – teils ungenutzt – vorhalten, wenn man sie auch bedarfsgerecht on the fly ausspielen kann? Und so wurde gemeinsam mit inovex als Projektpartner eine moderne Architektur auf Basis von Microsoft Azure umgesetzt, die genau dies leistet.

Ausgangssituation: unflexibel und aufwendig

Die bestehende Architektur des Beck-Online-Shops zeigte einige Hindernisse, die einerseits dem weiteren Wachstum im Weg standen und andererseits unnötige Kosten verursachten. 

Den Import von tausenden Bilddaten aus vielen heterogenen Quellen zu kontrollieren gestaltete sich schwierig, da die Architektur auf Basis von C# und VB6 kein zuverlässiges Monitoring und keine effiziente Weiterentwicklung erlaubten. 

Durch die Verwendung einer On-Premise-Infrastruktur gestaltete sich das Skalierungsverhalten des Systems recht starr, so dass temporäre Lastspitzen nicht dynamisch abgefangen werden konnten und die Bildladezeiten unbefriedigend waren. Um der steigenden Nutzerzahl Rechnung zu tragen, war das aufwendige Bereitstellen neuer Hardware notwendig. Nicht zuletzt mussten alle beim Import vorgerenderten Bildausprägungen zwischen mehreren Servern synchron gehalten werden – bei der oben genannten Dateimenge keine triviale Aufgabe. 

Diese Datenmenge sorgte außerdem für hohe Datenhaltungskosten. Eine flexible Integration neuer Vertriebskanäle wurde dadurch erschwert, dass passende Bildformate vorab generiert werden mussten. 

Erhöhte Flexibilität und weniger Wartung durch Microsoft Azure

All diese Schwachstellen legten ein Replatforming, also den Aufbau einer komplett neuen Architektur mit Fokus auf Cloud-Technologien nahe, die mit Microsoft Azure schnell ihre Basis fand. Es war also nicht das Ziel, die bestehenden Strukturen in die Cloud zu verlegen, sondern sie grundlegend und mithilfe zeitgemäßer Methoden zu überarbeiten.

Als Alternative zur starren lokalen Infrastruktur setzt Microsofts Platformas- a-Service-Angebot (PaaS) auf eine flexibel skalierbare Architektur, sowohl bei temporären Lastspitzen als auch bei langfristigem Wachstum.

Statt Bilddateien direkt beim Import zu generieren und unnötig lagern zu müssen, werden diese in der neuen Architektur über Azure Functions on the fly generiert. Das Azure CDN (Content Delivery Network) spielt die Bilder dann standortoptimiert aus, um einen schnellen, gecachten Lesezugriff zu gewährleisten.

Trotz Auslagerung und starker Automatisierung ist weiterhin die Integration individueller Bilder in diesen Prozess möglich, indem sie von Fachabteilungen über die Azure Web App hochgeladen werden – natürlich nur mit entsprechender Authentifizierung. 

Der Massen-Import großer Mengen an Bilddateien erfolgt über die Microsoft Integration Services direkt in den Azure Blob Storage. Diese Prozesse werden durch SQL Server 2016 gesteuert, überwacht und protokolliert. 

Kostenersparnis

Auch für den weiteren Betrieb ergeben sich durch den Umzug auf Microsofts PaaS-Angebot unmittelbare Vorteile: Da die wichtigen Prozesse in die Cloud verlegt wurden und die hohe Verfügbarkeit der Services durch Microsoft garantiert wird, entfällt dieser IT-Verwaltungsaufwand für Beck. Die Kosten für die Azure Dienste selbst sind mit momentan 300 Euro/ Monat im Vergleich zur alten On-Premise-Infrastruktur nicht nur günstig, sondern auch konstant. Lediglich auf der Applikationsebene besteht noch direkter Betreuungsbedarf. Nach der initialen Entwicklungszeit von ca. 30 Personentagen für die komplette Lösung werden auf mittlere Sicht deutlich Betriebskosten eingespart. 

Fazit

Durch die Verwendung von Azure Cloud Services konnte die Auslieferung von Produktbildern für den Beck-Shop an moderne Bedürfnisse angepasst werden. Die neuen Technologien bieten sowohl kurzfristig als auch langfristig Skalierungspotenzial, reduzieren den Speicherbedarf und bleiben doch für alle Stakeholder ohne Mehraufwand zugänglich. 

Der neue Import-Mechanismus reduziert zudem die Fehleranfälligkeit und erhöht somit die Stabilität des gesamten Systems. Durch das Verlegen der Infrastruktur in die Cloud konnte der Wartungsbedarf außerdem drastisch reduziert werden, wobei die Betriebskosten nur mit dem tatsächlichen Traffic-Aufkommen skalieren. 

„Von den Leistungen des inovex-Teams waren wir nach nur kurzer Zeit sehr überzeugt: Kompetent, lösungsorientiert, modern und technologisch cutting-edge.“ 

– Dr. Johann Kempe, Leiter Technologie und Business Development, Mitglied der Geschäftsleitung

Verwendete Technologien

  • Azure Blob Storage
  • Azure WebApp
  • Azure Function
  • Azure CDN
  • Azure Virtual Machine
  • Microsoft SQL Server 2016 SP 1
  • Microsoft SQL Server Integration Services

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