Fonic: Entwicklung eines Kundenportals mit modernsten Web-Technologien

Der große deutsche Mobilfunkdiscounter FONIC hat einen vollständigen technischen Relaunch seines Kundenportals in Auftrag gegeben. Für die Umsetzung fiel die Wahl auf die Application Development Spezialisten der inovex GmbH. Das auf dem neuesten Stand der Technik umgesetzte Portal verbessert nicht nur den Service für die FONIC Kunden, sondern erhöht auch die Konversionsraten und schafft Einsparpotenziale für FONIC.

Der Markt für die leicht verständlichen Angebote der sogenannten Mobilfunkdiscounter ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und macht heute bereits rund ein Drittel des gesamten deutschen Mobilfunkmarkts aus. FONIC gehört in Deutschland zu den größten dieser „No-Frills“-Anbieter. Eine immer höhere Zahl der Kunden der Münchener O2-Tochter tritt ausschließlich oder in erster Linie über das Webportal von FONIC mit der Marke in Kontakt. Dort können Kunden sämtliche Prozesse von der SIM-Karten-Bestellung über die Kartenaktivierung, Verwaltung ihrer Daten und Buchung von Tarifen bis zur Aufladung ihres Guthabens selbst steuern und haben jederzeit ihren aktuellen Verbrauch wie die Zahl gesendeter SMS oder übertragene Datenmengen im Blick.

Steigende Kundenerwartungen, wachsende Anforderungen

Die schnelle Übersicht über aktuell verbrauchte Dienstkontingente und Kosten sind dabei neben weiteren Self-Care-Features für FONIC wichtige Argumente im scharfen Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt. Fehlende oder mangelhaft umgesetzte Funktionalität im Self-Care-Bereich wird für Kunden heute zum Ausschlusskriterium bei ihrer Anbieterwahl. Die Erwartungen haben sich entwickelt: Mobilfunkkunden sind anspruchsvoller geworden und stehen zugleich enger mit ihren Mobilgeräten im Kontakt. Damit hat auch die Bedeutung des Online-Portals für FONIC – ursprünglich im klassischen POS-Geschäft verwurzelt – ständig hinzugewonnen: Technische Robustheit und Verfügbarkeit, eine hohe Skalierbarkeit und hohe Flexibilität zählen zu den wichtigsten Anforderungen des Unternehmens an seine IT.

Im Jahr 2012 suchten die IT-Experten von FONIC nach einem neuen Partner für eine grundlegende Erneuerung der Technologie hinter ihrem Kundenportal. „Die Anforderungen an die Skalierbarkeit waren gestiegen, das alte Portal stieß technisch an seine Grenzen“, erinnert sich Stefan Grüneis, Head of Discount Large Retail von Telefónica Germany: „Wir waren auf der Suche nach einer grundsätzlichen und umfassenden Neulösung, auf die vor allem auch zukünftige Entwicklungen aufsetzen können. Dafür wünschten wir uns einen IT-Partner mit ausgewiesener Kompetenz und Erfahrung in der Entwicklung von Web-Anwendungen dieser Größenordnung.“

An das neue Webportal stellte die IT-Abteilung von FONIC eine Reihe kritischer Anforderungen, um angesichts der gestiegenen Bedeutung und Zugriffszahlen des Portals für die Zukunft gerüstet zu sein. So musste die neue Anwendung als Grundvoraussetzung ein stabiles und transparentes Session-Management sicherstellen, um Bestellabbrüche zu minimieren und die Konversionsrate für FONIC zu erhöhen. Eine möglichst durchgängige Testbarkeit und ein umfassendes Monitoring der Anwendung waren wichtige Anliegen, da die Überwachung und Behebung alltäglich anfallender Probleme im laufenden Betrieb eine immer größere Bedeutung erlangten. Im Hinblick auf die Effizienz sollten die Wartungskosten und die Timeto-Market verringert werden. Für FONIC ist es wichtig, Änderungen wie beispielsweise die Einführung eines neuen Tarifs schnell und unkompliziert umzusetzen und Releasezyklen gut planen zu können. Das verlangt nach einer klar strukturierten, übersichtlichen Architektur, die die Arbeit im täglichen Betrieb erleichtert. Zwei zusätzliche Wünsche an die neue Technik waren schließlich ein Ausrollen über verschiedene Marken der Telefónica Germany hinweg, die heute neben O2 und FONIC zum Beispiel auch auch die Mobilfunkdiscounter FONIC-Mobile und netzclub betreibt – was auf IT-Seite ganz erheblichen Raum für Synergien bietet –, sowie eine künftige Erweiterbarkeit der Anwendung anhand konkreter bei FONIC vorliegender Erweiterungsszenarien. Erfahrung mit flexiblen, multibrandfähigen Entwicklungen war daher für den gesuchten Anbieter unabdingbar. Kurz: ein langer Anforderungskatalog, der an den technologischen Kooperationspartner hohe Ansprüche stellte.

Ein zukunftsfähiges Portal für FONIC

Mit dem vollständigen IT-technischen Relaunch seines Kundenportals beauftragte FONIC die inovex GmbH. Das konsequent technisch ausgerichtete Systemhaus entwickelt und optimiert umfangreiche Webprojekte aus IT-Sicht und konnte sämtliche Anforderungen erfolgreich umsetzen. Die Application Development Experten von inovex analysierten gemeinsam mit FONIC den geschäftlichen Bedarf, schlugen Lösungen vor und bauten auf dieser Grundlage eine völlig neue Anwendung, die auf einer strikten architektonischen Trennung der verschiedenen logischen Ebenen und dem Prinzip der testgetriebenen Entwicklung basiert. Darüber hinaus integrierte inovex die neue Anwendung in die bestehende IT-Landschaft der Telefónica Deutschland. Nach dem Erstkontakt 2012 und Beginn der ersten (Backend-)Arbeiten Mitte 2013 setzte inovex in Spitzenzeiten bis zu zehn Ingenieure ein, um gemeinsam mit der FONIC Fachabteilung den erfolgreichen Launch des neuen FONIC Portals zum geplanten Termin im Oktober 2013 zu sichern. Das Ergebnis ist eine neue stabile, zukunftsfähige, skalierbare und multibrand-fähige Anwendung für FONIC und andere Marken der Gruppe, innerhalb derer Änderungen heute leichter zu implementieren sind, systembedingte Abbrüche minimiert und Konversionsraten optimiert werden konnten. Ereignisse im System können heute einfacher und besser überwacht und Synergiepotenziale gehoben werden. Zudem ist die gesamte Umgebung in sich konsistent, einfach zu testen und in Zukunft flexibel erweiterbar. Auch anwenderseitig überzeugt die neue Lösung: Im unabhängigen Test der Fachzeitschrift connect wurde das neue Portal mit maximaler Punktzahl und der Gesamtnote „sehr gut“ ausgezeichnet.

„FONIC besitzt damit ein zukunftsfähiges und für uns leicht zu handhabendes Kundenportal, das nicht nur unsere sämtlichen aktuellen Anforderungen erfüllt, sondern auch kommenden Entwicklungen gewachsen ist. Besonders wichtig ist uns dabei die völlig neue Dimension des Monitoring mit einem tiefen Einblick in unsere Daten. Die Arbeit von inovex Application Development zahlt sich schon jetzt für uns aus und ermöglicht uns neben dem einfacheren Betrieb eine Bezifferung, Bewertung und Priorisierung sämtlicher Ereignisse in unserem System“.

Stefan Grüneis, Head of Discount Large Retail

Die Technologie hinter komplexen Web-Anwendungen

Für immer mehr Unternehmen ist das eigene Webportal nicht nur Aushängeschild ihrer Marke, sondern Teil des Geschäftsmodells selbst. Ein stabiler und sicherer Betrieb ist für sie entscheidend. Kunden setzen dabei heute eine reibungslose Technik voraus, für deren Anwendererlebnis und Funktionalität die Messlatte von den US-amerikanischen Top-Playern der Branche gelegt wird. Das heißt, sie erwarten von wesentlich kleineren und lokalen Unternehmen die gleiche Verfügbarkeit und Nutzerfreundlichkeit, die sie von anderer Stelle gewohnt sind. Gleichzeitig müssen Unternehmen in der Lage sein, Änderungen schnell und flexibel umzusetzen, um in dynamischen Märkten sofort reagieren zu können. Die hinter diesen beiden Anforderungen stehende IT nimmt rasch komplexe Ausmaße an, wie das Beispiel FONIC zeigt.

inovex konzentriert sich als Informatik-Spezialist auf die technischen Aspekte anspruchsvoller Web-Anwendungen, während Grafik- und Designleistungen von darauf spezialisierten Anbietern zugeliefert werden. Tobias Joch, Head of Application Development bei inovex: „Webportale scheitern in den seltensten Fällen an ihrer Oberfläche, der in der Regel ohnehin viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Für komplexere Webprojekte und hohe Zugriffszahlen genügt dies jedoch nicht: Zum einen muss die Technik hinter der Oberfläche stimmen – andernfalls wenden sich die Kunden ab oder Potenzial wird nicht ausgeschöpft – und zum anderen muss die Integration in die bestehende Unternehmens-IT stimmen. Das dazu nötige Wissen geht in diesen Fällen über E-Commerce-Standardlösungen weit hinaus.“

Erfolgsfaktor Architektur: Getrennte Anwendungsschichten

Ein klares Anwendungsdesign gehört zu den von inovex identifizierten wichtigsten Erfolgsfaktoren für IT Projekte. Die Architektur der neuen FONIC Anwendung folgt einem Schichtenmodell. Hierzu hat inovex die Trennung der zuvor nicht isolierten Schichten - Persistenzschicht, Geschäftslogikschicht und Präsentationsschicht - eingeführt und die einzelnen Schichten entwickelt. Dieses Prinzip erleichtert künftige Änderungen und macht die Anwendung zukunftssicher. So kann beispielsweise die Endkundensicht (Präsentationsschicht) einer Anwendung raschen aktuellen Marktgegebenheiten, Erwartungen und Trends unterworfen sein, während die Geschäftslogik der gleichen Anwendung völlig identisch bleiben soll und dort keinerlei Änderungen erforderlich sind. In ähnlicher Weise trennte inovex die Geschäftslogikschicht systematisch vom Backend: In der ersten Phase des Projekts wurde die Kommunikation mit diesem Backend gekapselt, um die saubere Trennung der Anwendungsschichten vorzubereiten; anschließend erfolgte die Modellierung auf höherer Ebene (Funktionen wie Tarife buchen, Rufnummernmitnahme, Guthabenfunktionen usw.). Ziel ist das Einziehen unabhängiger Ebenen, zwischen denen keine unerwünschte Interaktion stattfindet, was die Testbarkeit, Stabilität, Erweiterbarkeit und Flexibilität der Anwendung erhöht. Entwicklungsprinzipien wie DRY (Don’t repeat yourself) und Single Source of Truth sorgen dafür, dass kritische Informationen nicht an verschiedenen Stellen der Anwendung verteilt liegen.

Diese klare Architektur hat gleichzeitig eine hohe Bedeutung für die leichtere Wiederverwendbarkeit von Teilen der Anwendung. Das neue Portal ist originär multibrandfähig, sodass mehrere Portale mit ganz unterschiedlichen grafischen Oberflächen, Designs und Tarifstrukturen auf dieselbe Technik zurückgreifen können. Dadurch entstehen erhebliche Einsparpotenziale bei Know-how, Geld und Zeit. Auch für Neuentwicklungen für mobile Endgeräte (Apps) wurden die von inovex entwickelten neuen Persistenz- und Geschäftslogikschichten bereits vollständig wiederverwendet.

Erfolgsfaktor Unabhängigkeit: Polyglotte Architektur

inovex versteht sich als Partner für IT-Abteilungen und Internetunternehmen und empfiehlt und entwickelt als solcher seine Lösungen herstellerunabhängig, allein den geschäftlichen Anforderungen seiner Kunden verpflichtet. Dazu arbeitet inovex mit einem gut sortierten Werkzeugkasten und vermeidet das „Golden Hammer“-Anti-Pattern in der Anwendungsentwicklung, nach dem die Tendenz besteht, eine einzige, an anderer Stelle erfolgreiche Lösung oder erarbeitetes Know-how universell einzusetzen, auch dort, wo dies nicht der sinnvollste und effizienteste Weg ist. inovex IT-Ingenieure sind sich solcher Fallstricke bewusst, nehmen eine globale Perspektive ein und folgen für ihr Projektsetup einem „Best-of-Breed“-Ansatz, bei dem die jeweils bestmögliche Lösung identifiziert wird. Dabei bevorzugt inovex, wo immer dies sinnvoll ist, zukunftsfähige Open-Source-Lösungen.

Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen an die einzelnen Teile einer Anwendung entstehen so in der Regel polyglotte Architekturen. So setzt inovex projektabhängig beispielsweise unterschiedliche Sprachen für die Geschäftslogik (Java mit seinen spezifischen Vorteilen wie hohe bis vollständige Testbarkeit, strikte Typisierung, optimale Tool-Unterstützung für Deployments, Betrieb, Bibliotheken) und die Frontend-Entwicklung (Ruby mit Vorteilen wie bewährtes Toolset, schnelle Anwendungsentwicklung, schlanke Syntax) ein. 

Erfolgsfaktor Technologien: Beispiel Monitoring

Die FONIC Fachabteilung wünschte sich für ihre neue Anwendung eine höhere Transparenz über Vorgänge und Ereignisse in ihrem System. Zwar wurde aus Marketingsicht das Nutzerverhalten analysiert, jedoch fehlte eine Innensicht aus IT-Perspektive. Die inovex Entwicklung erlaubt heute ein konsequentes Monitoring und frühzeitiges Erkennen auftretender Unregelmäßigkeiten. Das Session-Management ist transparent und nachverfolgbar; die Sicht auf sämtliche Prozesse wurde erheblich erhöht. Remote Calls werden dank des von inovex genutzten Frameworks Hystrix (Netflix) automatisch überwacht und werden über ein Monitoring Dashboard einfach beherrschbar. So konnte die FONIC IT beispielsweise schnell sehen, dass in der Startphase des neuen Portals bestimmte Backend-Calls zu häufig stattfanden – ein nicht erwünschtes Verhalten, das sich nur unter realen Bedingungen und nicht in den vorherigen Last-Funktionstest zeigte und das unmittelbar – ohne jede Beeinträchtigung des laufenden Betriebs – abgestellt werden konnte. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie inovex intelligente digitale Innovationen beherrscht und sinnvoll für seine Kunden nutzbar macht.

inovex legt Fokus auf Nachhaltigkeit und Partnerschaft

Die Partnerschaft zwischen FONIC und inovex dauert an. So hat inovex für FONIC auch die REST-Schnittstelle für die mobile FONIC App gebaut. Im Februar 2014 startete netzclub als drittes Portal, das auf der neuen technischen Plattform basiert, was die Synergieeffekte für Telefónica Deutschland unterstreicht. Die Grundlage dafür bildet der erfolgreiche Relaunch des FONIC Portals. Obgleich die Arbeiten daran später als zunächst geplant beginnen konnten, gelang es den inovex-Ingenieuren, den angestrebten Termin für den Live-Gang (Oktober 2013) einzuhalten, wobei sie nicht nur Architekturänderungen bei der Middleware während des laufenden Projekts, sondern sogar noch zusätzliche gewünschte Funktionalität umsetzten, die über den anfänglich spezifizierten Umfang hinausging.

„Wir sind mit unserer neuen, technisch robusten Anwendung, die jetzt über zwei Jahre im Live-Betrieb läuft, sehr zufrieden – und dasselbe gilt für die Zusammenarbeit mit inovex“, erklärt Stefan Grüneis: „Besonders beeindruckt mich die hohe Kompetenz und Leidenschaft jedes einzelnen inovex Mitarbeiters und die Unternehmenskultur, die die Zusammenarbeit für uns so einfach und produktiv macht“. Doch am Ende sind es wie immer zählbare Ergebnisse, auf die es bei IT-Projekten ankommt. Die bringt Herr Grüneis auf einen kurzen Nenner: „Durch unsere neue Anwendung spart FONIC mit jedem Deployment Geld.“

Zusammenfassung

inovex hat das Webportal des Mobilfunkanbieters FONIC technisch neu entwickelt und integriert. Dazu bauten die inovex Ingenieure für FONIC eine völlig neue, technisch robuste, zukunftsfähige Web-Anwendung, die auf den Prinzipien der Schichtentrennung, Herstellerunabhängigkeit, testgetriebenen Entwicklung und auf konsequentem Monitoring basiert. Das neue Kundenportal ist für FONIC leichter zu überwachen, einfacher zu testen und besser zu warten und erzielt durch seine multibrand-fähige Konzeption Einsparungen für den Mutterkonzern Telefónica Deutschland.

Key Facts

  • Neuimplementierung Webportal
  • Reibungsloser Neustart 10/2013 – Launch der Portale FONIC und FONIC mobile
  • Launch Portal netzclub 2/2014
  • Steigerung der Konversionsrate
  • Fullstack Testabdeckung vom Backend bis zur Endanwendersicht
  • multibrand-fähige Anwendung
  • unabhängig ausgezeichnete Portalqualität

Technology Stack

 

Frontend:

  • Ruby (JRuby), Sinatra, eigenentwickelte Domainlogik
  • HTML5, CSS3, SASS, Compass, AngularJS, CoffeeScript, Jasmine, Gulp, BEM, Slim
  • RSpec, Capybara, Poltergeist/PhantomJS

Businesslogik:

  • Java, Spring
  • JAX-WS, Hystrix
  • JUnit, Maven

Persistenz:

  • JPA, Spring Data
  • Hibernate

Allgemein:

  • Redmine, Jenkins, Git
  • Selenium, Flay, Flog, Coveralls, Reek, RuboCop
  • NewRelic Monitoring
  • eigenentwickeltes, automatisches visuelles Testing aus Endanwendersicht

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