{"id":18501,"date":"2020-04-02T11:49:43","date_gmt":"2020-04-02T09:49:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.inovex.de\/blog\/?p=18501"},"modified":"2023-02-22T13:08:27","modified_gmt":"2023-02-22T12:08:27","slug":"foodicious-mvp-minimum-viable-product","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.inovex.de\/de\/blog\/foodicious-mvp-minimum-viable-product\/","title":{"rendered":"Foodicious Part 2: Von der Produktidee zum Minimum Viable Product (MVP)"},"content":{"rendered":"<p>Foodicious ist eine App gegen die Lebensmittelverschwendung, die uns daran erinnert, wann unsere eingekauften Lebensmittel ablaufen und uns zeigt, wie wir diese kreativ verwerten k\u00f6nnen. In unserem <a href=\"https:\/\/www.inovex.de\/blog\/problemanalyse-produktidee-app-gegen-lebensmittelverschwendung\/\">ersten Blogartikel <\/a>haben wir beschrieben, wie wir die Kern-Schmerzpunkte unserer Zielgruppe mittels qualitativer Interviews identifiziert und anschlie\u00dfend eine L\u00f6sungsidee in Form einer Food-App entwickelt haben. In diesem Blogartikel wird es um die ersten Umsetzungsversuche eines Minimum Viable Products (MVP) und die daraus entstandenen Learnings gehen.<!--more--><\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_79_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-custom ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\"><p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\"><\/p>\n<\/div><nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.inovex.de\/de\/blog\/foodicious-mvp-minimum-viable-product\/#Das-Value-Risk\" >Das Value Risk<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.inovex.de\/de\/blog\/foodicious-mvp-minimum-viable-product\/#Das-Feasibility-Risk\" >Das Feasibility Risk<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/www.inovex.de\/de\/blog\/foodicious-mvp-minimum-viable-product\/#Die-ersten-Schritte-der-Umsetzung-und-das-%E2%80%9EMinimum-Viable-Product%E2%80%9C\" >Die ersten Schritte der Umsetzung und das \u201eMinimum Viable Product\u201c<\/a><ul class='ez-toc-list-level-3' ><li class='ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/www.inovex.de\/de\/blog\/foodicious-mvp-minimum-viable-product\/#Manuelle-Zutateneingabe-und-Rezeptsuche\" >Manuelle Zutateneingabe und Rezeptsuche<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-5\" href=\"https:\/\/www.inovex.de\/de\/blog\/foodicious-mvp-minimum-viable-product\/#Automatisierte-Zutateneingabe\" >Automatisierte Zutateneingabe<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-6\" href=\"https:\/\/www.inovex.de\/de\/blog\/foodicious-mvp-minimum-viable-product\/#Das-Minimum-Viable-Product\" >Das Minimum Viable Product<\/a><\/li><\/ul><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-7\" href=\"https:\/\/www.inovex.de\/de\/blog\/foodicious-mvp-minimum-viable-product\/#Next-Steps\" >Next Steps<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-8\" href=\"https:\/\/www.inovex.de\/de\/blog\/foodicious-mvp-minimum-viable-product\/#Key-Takeaways\" >Key Takeaways<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Das-Value-Risk\"><\/span>Das Value Risk<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Nachdem wir viele Feature-Ideen zusammengetragen hatten, stellte sich recht schnell die Frage: Wie beginnen wir konkret mit der Umsetzung? Worin stecken die gr\u00f6\u00dften Projektrisiken? Nachdem wir das \u201eValue Risk\u201c (<em>schaffen wir Mehrwerte f\u00fcr eine Zielgruppe?<\/em>) bereits in Teilen validiert hatten (<em>ja, das Problem existiert<\/em>), stellte sich weiterhin die Frage, wie wir die identifizierten Schmerzpunkte der Nutzer:innen adressieren k\u00f6nnen. Die Food-App war dabei nur eine von vielen M\u00f6glichkeiten; eine smarte Kamera mit Bilderkennung im K\u00fchlschrank oder eine Nachbarschafts-Cooking-Plattform sind ebenso denkbare Ans\u00e4tze, um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. In anderen Worten: es musste gekl\u00e4rt werden, ob die von uns erarbeitete Produktidee tats\u00e4chlich das Problem l\u00f6st. Folgt man Steve Blank, so besteht der sogenannte \u201eCustomer Development Process\u201c aus vier Phasen: Die ersten beiden Phasen \u201eCustomer Discovery\u201c (<em>was ist das Problem?<\/em>) und \u201eCustomer Validation\u201c (<em>l\u00f6st die Idee das Problem?<\/em>) befassen sich mit der Suche nach einem tragf\u00e4higen, skalierbaren Businessmodell. Die letzten beiden Phasen \u201eCustomer Creation\u201c (<em>Skalierung des Gesch\u00e4ftsmodells<\/em>) und \u201eCompany Building\u201c (<em>Organisationsgr\u00fcndung<\/em>) drehen sich um die Umsetzung des identifizierten Gesch\u00e4ftsmodells.<\/p>\n<figure id=\"attachment_18502\" aria-describedby=\"caption-attachment-18502\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-18502 size-full\" src=\"https:\/\/www.inovex.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Customer-Development-Process.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/www.inovex.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Customer-Development-Process.jpg 400w, https:\/\/www.inovex.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Customer-Development-Process-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.inovex.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Customer-Development-Process-360x202.jpg 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-18502\" class=\"wp-caption-text\">Quelle:\u00a0https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xr2zFXblSRM<\/figcaption><\/figure>\n<p>Demnach standen wir mit unserer Idee in den Startl\u00f6chern der zweiten Phase. Ganz nach Blanks Motto <em>there are no facts inside the building, so get outside<\/em>\u00a0galt es nun, unsere Produktidee mit ersten Usern herauszufordern und gegebenenfalls anzupassen.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Das-Feasibility-Risk\"><\/span>Das Feasibility Risk<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Ebenso kristallisierte sich heraus, dass das \u201eFeasibility Risk\u201c (<em>ist es technisch \u00fcberhaupt machbar?<\/em>) nicht zu vernachl\u00e4ssigen war. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Es muss ein recht genaues Verfallsdatum der eingekauften Lebensmittel errechnet werden, um sicherzustellen, dass der Reminder noch rechtzeitig verschickt wird. Jedoch war an dieser Stelle die Umsetzung unklar, denn beispielsweise halten sich gr\u00fcne Bananen deutlich l\u00e4nger als bereits vorgereifte, gesch\u00e4lte St\u00fccke. Eine weitere Herausforderung war die Eingabe der Produkte in den Bestand. Ist dies per Kassenbon-Scan machbar oder bedarf es an dieser Stelle einer anderen L\u00f6sung?<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Die-ersten-Schritte-der-Umsetzung-und-das-%E2%80%9EMinimum-Viable-Product%E2%80%9C\"><\/span>Die ersten Schritte der Umsetzung und das \u201eMinimum Viable Product\u201c<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Um schnellstm\u00f6glich das Feasibility Risk zu reduzieren, starteten wir zeitgleich verschiedene Experimente unter der Verwendung m\u00f6glichst einfacher Mittel.<\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Manuelle-Zutateneingabe-und-Rezeptsuche\"><\/span>Manuelle Zutateneingabe und Rezeptsuche<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Zun\u00e4chst versuchten wir, kostenlose Lebensmittel- und Rezeptdatenbanken ausfindig zu machen, um die Eingabe \u201esinnvoller\u201c Zutaten sowie darauf basierender Rezeptvorschl\u00e4ge zu erm\u00f6glichen. Da unsere initiale Suche erfolglos blieb, gingen wir nochmals einen Schritt zur\u00fcck und suchten nach einem einfacheren Weg, der schnell zu finden war. Wir erstellten manuell ein Spreadsheet, in dem wir die Daten pflegten, die wir glaubten zu ben\u00f6tigten: 500 Eintr\u00e4ge mit dem Namen der Zutat, typischer Menge und gesch\u00e4tztem Verfallsdatum. Die Idee war, dass, sobald ein User eine Zutat eingibt, diese erkannt und dem Bestand hinzugef\u00fcgt wird, inklusive ihrer typischen Menge sowie Verfallsdatum. Nachdem wir mit dem Aufbau der Datenbankstruktur begannen, stellten sich einige technische Fragen, besonders zum Umgang mit den Mengeneinheiten. Ein Beispiel: wie viel kg sind typischerweise in einem Netz Zwiebeln enthalten? Wie sollte das verrechnet werden, wenn im Rezept 1 Zwiebel ben\u00f6tigt wird? Die urspr\u00fcngliche Idee war, dass die Menge von der Bestandsmenge abgezogen wird, wenn ein User ein Rezept kocht. Beispielsweise wenn ein halber Liter Milch ben\u00f6tigt werden, dann bleibt bei einem Liter Bestand noch ein halber Liter \u00fcbrig. Auch an dieser Stelle gingen wir einen Schritt zur\u00fcck: Warum hatten wir die Menge ber\u00fccksichtigt? Wir hatten nie verifiziert, dass diese Granularit\u00e4t ben\u00f6tigt wird. Demnach beschlossen wir, die Komplexit\u00e4t zu reduzieren, indem wir Nutzer:innen prim\u00e4r die Information \u201eZutat vorhanden\/nicht vorhanden\u201c kommunizierten und optional erm\u00f6glichten, eine Menge manuell hinzuzuf\u00fcgen. Durch das Wegfallen der Menge (Einheit, Anzahl) wurde die technologische Umsetzbarkeit immens vereinfacht.<\/p>\n<p>Um auszuprobieren, ob eine zutatenbasierte Rezeptsuche machbar ist, erstellten wir auch hier ein Spreadsheet mit Rezepten. Mit nur f\u00fcnf Beispielen konnten wir feststellen, dass unsere Rezeptsuche im Grundsatz funktioniert.<\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Automatisierte-Zutateneingabe\"><\/span>Automatisierte Zutateneingabe<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Parallel starteten erste Experimente zur automatisierten Eingabe von Zutaten durch den Scan des Kassenbons.<\/p>\n<p>Viele Apps der Branche, wie etwa Foodtracker, nutzen Barcodes, um mehr oder weniger automatisiert Lebensmittel zu erkennen. Das bringt aber Nachteile mit sich, allen voran ben\u00f6tigt man daf\u00fcr passende Daten. Es ist au\u00dferdem m\u00fc\u00dfig, alle gekauften Lebensmittel vor dem Einr\u00e4umen in den K\u00fchlschrank zu scannen. Normal bekommen wir eine Liste mit allen Dingen, die wir gerade eingekauft haben, in kompakter, analoger Form \u2013 den Kassenzettel.<\/p>\n<p>Analogen Text digitalisieren wir per <a href=\"https:\/\/www.inovex.de\/blog\/digitize-receipts-computer-vision\/\">\u201eOptical Character Recognition\u201c (OCR)<\/a>, einer M\u00f6glichkeit, automatisiert Text innerhalb von Bildern zu erkennen. F\u00fcr bessere Ergebnisse empfiehlt es sich, die Lesbarkeit des Textes zu erh\u00f6hen \u2013 korrektes Ausschneiden des Bons, Gl\u00e4ttung und Kontrasterh\u00f6hung sind effizient anwendbar. Wenn wir jetzt den Bon digitalisiert haben, stehen wir vor der eigentlichen Aufgabe: Wie unterscheiden wir unsere Lebensmittel von anderen Dingen, die wir gekauft haben, wie Putzmittel oder K\u00fcchenrollen? Den ersten Hinweis kann die vermerkte Umsatzsteuer geben (7% f\u00fcr Lebensmittel wie Brot, Butter, Kaviar und 19% f\u00fcr Luxusg\u00fcter wie Kleidung, Hafermilch, S\u00fc\u00dfkartoffeln), aber das deutsche Steuersystem stellt sich schnell als nicht sonderlich hilfreich heraus.<\/p>\n<p>Wir wollen au\u00dferdem nicht nur Lebensmittel erkennen, sondern k\u00f6stliche Gerichte vorschlagen, die man damit kochen kann. Also entschieden wir uns dazu, unsere Zutatenliste als Basis zu verwenden. Einfach schauen, ob in den Ergebnissen der OCR Reis, Mais und K\u00e4se sind \u2013 fertig. Damit auch kleinere Fehler der OCR nicht ins Gewicht fallen (Milch als Mi7ch erkannt), erlauben wir dabei auch ein paar Fehler \u2013 je nach L\u00e4nge des Wortes. Mit zwei Fehlern erkennt ihr das Wort Spaghetti sicher noch, zwei Fehler im Wort Mais werden da schon schwieriger.<\/p>\n<p>Ganz fertig sind wir leider noch nicht, da sich die verschiedenen Einzelh\u00e4ndler nicht ganz einig sind, was sie wie auf ihre Bons drucken \u2013 Umlaute? Keine Umlaute? Kann vielleicht noch die Herstellermarke mit reingequetscht werden? Schreiben wir besser \u201eCocktailtomaten\u201c oder \u201eTomate Cocktail\u201c? Die Ideen scheinen grenzenlos zu sein.<\/p>\n<p>Damit wir alle g\u00e4ngigen Schreibvarianten eines Wortes erkennen k\u00f6nnen, erstellen wir uns ein W\u00f6rterbuch: Wei\u00dfw\u00fcrste werden als <em>Weissw\u00fcrste<\/em>, <em>Wei\u00dfwuerste<\/em> und so weiter abgespeichert. Dank deutscher Rechtschreibung hat sich die Anzahl an Zutaten auf einmal verdoppelt. Da der Zeitaufwand f\u00fcr das Iterieren durch diese Liste f\u00fcr jedes Wort leider unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hoch ist, arbeiten wir hierarchisch:<\/p>\n<p>Nur wenn eine Position vom Bon nicht genau mit einer Zutat \u00fcbereinstimmt, checken wir die Rechtschreibfehler, oder besser gesagt die \u00c4hnlichkeit zu den Zutaten mittels der Levenshtein-Distanz. Dabei schauen wir, ob es einen Treffer gibt, der uns \u00e4hnlich genug erscheint. Wenn das immer noch keinen Match ergibt, pr\u00fcfen wir, ob Teilworte einer unserer Zutaten entsprechen. Blattspinat und Babyspinat sind ja irgendwie beide als Spinat einsetzbar \u2013 zumindest, wenn man nicht nochmal einkaufen gehen will. Wenn wir jetzt keinen Treffer haben, m\u00fcssen wir einsehen, dass es sich wohl um keine unserer Zutaten handelt, oder sie zu kryptisch dargestellt wurden.<\/p>\n<p>Damit wir in Zukunft immer besser im Erkennen von Zutaten werden, gibt es die M\u00f6glichkeit, neue Eintr\u00e4ge ins W\u00f6rterbuch vorzunehmen \u2013 wenn die Saitenwurst nicht erkannt wird, die Wiener Wurst aber bekannt ist, kann ich einfach einen kleinen Eintrag hinzuf\u00fcgen. Beim n\u00e4chsten Mal erkennt Foodicious dann auch die Saitenwurst.<\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Das-Minimum-Viable-Product\"><\/span>Das Minimum Viable Product<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Um das Value Risk zu minimieren, setzen wir uns das Ziel, zeitnah ein \u201eMinimum Viable Product\u201c oder \u201eMVP\u201c mit Usern zu testen. Der Begriff des Minimum Viable Products hat sich in den letzten Jahren verst\u00e4rkt zu einem beliebten Buzzword in der Produktentwicklungsszene entwickelt. Unter der Vielzahl definitorischer Ans\u00e4tze, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben, besinne ich mich gerne auf dessen Wortstamm zur\u00fcck: <em>minimum<\/em> und <em>viable<\/em>.<\/p>\n<p><em>Randnotiz: Ich habe leider h\u00e4ufig das Gef\u00fchl, dass ein MVP mit Minimum oder Prototyp gleichgesetzt und zeitgleich vernachl\u00e4ssigt wird, dass ein Mehrwert f\u00fcr Nutzer:innen gestiftet werden soll. Demnach ist die Hemmschwelle, ein MVP mit Kunden zu erproben, an mancher Stelle \u2013 zurecht \u2013 noch sehr hoch. Aber das ist eine andere Diskussion.<\/em><\/p>\n<p>Eine sch\u00f6ne Erl\u00e4uterung und Visualisierung des Kerngedanken eines MVPs findet man bei <a href=\"https:\/\/blog.crisp.se\/2016\/01\/25\/henrikkniberg\/making-sense-of-mvp\">Henrik Kniberg<\/a>:<\/p>\n<figure id=\"attachment_18503\" aria-describedby=\"caption-attachment-18503\" style=\"width: 609px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-18503 size-full\" src=\"https:\/\/www.inovex.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Making-sense-of-MVP-.png\" alt=\"Keine Teile bauen sondern ein benutzbares und erweiterbares Grundger\u00fcst (MVP)\" width=\"609\" height=\"411\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-18503\" class=\"wp-caption-text\">Quelle:\u00a0https:\/\/blog.crisp.se\/2016\/01\/25\/henrikkniberg\/making-sense-of-mvp<\/figcaption><\/figure>\n<p>Unser \u201eFahrrad\u201c oder die erste Produktversion, von der wir ausgehen, dass sie einen Mehrwert stiftet, der ausreicht, um erste Nutzer:innen zu gewinnen, ist die folgende: Nutzer:innen sollen Zutaten auf die Einkaufsliste setzen k\u00f6nnen, welche nach dem Kauf in den Bestand \u00fcbergehen und f\u00fcr die eine automatisierte Erinnerung vor dem Verfallsdatum verschickt wird. Mit dieser Funktionalit\u00e4t adressierten wir zwei der drei wichtigsten User Pain Points: Was ist in meinem K\u00fchlschrank und wie lange halten sich diese Lebensmittel noch? (Mehr dazu in unserem <a href=\"https:\/\/www.inovex.de\/blog\/problemanalyse-produktidee-app-gegen-lebensmittelverschwendung\/\">ersten Blogartikel<\/a>).<\/p>\n<p>Das MVP wurde Anfang April 2019 fertiggestellt und als interne Beta freigegeben.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Next-Steps\"><\/span>Next Steps<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Zusammenfassend haben wir einen ersten technologischen Durchstich f\u00fcr die wichtigsten Funktionalit\u00e4ten erreicht und somit das Feasibility Risk stark reduziert. Jedoch fehlen noch weitere Experimente zur Reduktion der verschiedenen Produktrisiken. Beispielsweise muss gekl\u00e4rt werden, wie ein genaueres Mindesthaltbarkeitsdatum berechnet werden kann (z.B. auf Basis von Benutzereingaben) und auch die Rezeptsuche ist noch nicht optimal auf den Usecase der Resteverwertung abgestimmt (z.B. Evaluierung einer Substitut-Suche, wenn anstatt Zucchini auch Aubergine verwendet werden kann).<\/p>\n<p>Das Feedback aus der Beta-Phase wird die Entscheidungsgrundlage f\u00fcr die n\u00e4chsten Schritte sein. L\u00f6st unsere App tats\u00e4chlich das Problem? Adressieren wir die richtige Zielgruppe? Wie kommt die Usability der App an? Mit diesen und weiteren Fragen befassen wir uns in unserem n\u00e4chsten Blogartikel.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Key-Takeaways\"><\/span><strong>Key Takeaways<\/strong><span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<ol>\n<li><strong style=\"font-size: 16px;\">Ausprobieren:<\/strong><span style=\"font-size: 16px;\"> In der Produktentwicklung gibt es zu Beginn viele Fragezeichen und Annahmen. Wie sich beispielsweise an unserem Versuch, eine technologische Basis zu schaffen, gezeigt hat, ist fr\u00fches Ausprobieren essentiell. Wenn man zeitnah validiert hat, dass etwas im Grundsatz m\u00f6glich ist, kann man danach immer noch entscheiden, wie etwas umgesetzt wird. Wer stattdessen die Zeit mit Pl\u00e4ne schmieden verbringt, wie man etwas machen w\u00fcrde, l\u00e4uft Gefahr, diese Zeit verschwendet zu haben, weil sich eine Grundannahme als falsch herausstellt.<\/span><\/li>\n<li><strong>Keep it simple:<\/strong> In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden sollte man einen Schritt zur\u00fcckgehen, sein Ziel nochmals sch\u00e4rfen und sich fragen, ob es nicht auch einen einfacheren Weg gibt, dieses Ziel zu erreichen. In unserem Fall hat sich herausgestellt, dass man mit sehr simplen Mitteln (z.B. einer Lebensmitteldatenbank bestehend aus einem Spreadsheet und Flei\u00dfarbeit) einen gro\u00dfen Schritt vorankommen kann.<\/li>\n<li><strong>Fokus:<\/strong> Je tiefer man sich ein Thema einarbeitet, desto mehr M\u00f6glichkeiten und Unsicherheiten kommen zum Vorschein. Neben der Vision, die als \u00fcbergeordneter Leuchtturm fungiert (mehr dazu in unserem <a href=\"https:\/\/www.inovex.de\/blog\/problemanalyse-produktidee-app-gegen-lebensmittelverschwendung\/\">ersten Blogartikel<\/a>), muss man auch kleinere Wegpunkte wie ein MVP definieren, um den Fokus bei der Arbeit nicht zu verlieren. Dabei ist jeder Wegpunkt aber auch eine Kreuzung, die uns die M\u00f6glichkeit bietet zu entscheiden, ob wir diesen Weg weitergehen wollen (z.B. richtige Zielgruppe? Richtiger L\u00f6sungsvorschlag?) oder besser die Richtung \u00e4ndern (z.B. andere Features?), um unsere Vision zu erreichen.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foodicious ist eine App gegen die Lebensmittelverschwendung, die uns daran erinnert, wann unsere eingekauften Lebensmittel ablaufen und uns zeigt, wie wir diese kreativ verwerten k\u00f6nnen. 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