Die MedConf 2026 ist eine der führenden Konferenzen für Softwareentwicklung im medizinischen Umfeld. Auch in diesem Jahr treffen sich Entwickler:innen, Architekt:innen sowie Branchenexpert:innen, um sich über aktuelle Technologien, regulatorische Anforderungen und Best Practices in der Medizintechnik auszutauschen.
Wir sind mit zwei Vorträgen vertreten:
Security by Culture – Warum Awareness wichtiger ist als Tools
Speaker: Christoph Menzel
Abstract:
Trotz Milliardeninvestitionen in modernste Sicherheitstechnologien beginnen 95% aller erfolgreichen Cyberangriffe mit einem menschlichen Fehler. Aktuelle Vorfälle bei prominenten Unternehmen zeigen auf dramatische Weise, dass selbst die besten Tools an ihre Grenzen stoßen, wenn die wahre Schwachstelle, der Faktor Mensch, nicht adressiert wird. In diesem Vortrag erfährst du, wie wichtig es ist, eine Kultur und Awareness für Security aufzubauen und wie dir dies gelingen kann. Eines ist klar, dies geschieht nicht über Nacht und schon gar nicht, indem du ein paar bunte Poster mit klugen Sprüchen an die Wand hängst. Lass uns gemeinsam Security leben statt nur darüber zu reden, die Anwendungen von morgen sicherer gestalten und den Faktor Mensch zur stärksten Verteidigungslinie machen.
Agile Systems Engineering? – Aber sicher!
Speaker: Tobias Kästner
Abstract:
In Unternehmen, die eingebettete cyber-physische Systeme (z. B. Medizintechnik) entwickeln, herrscht oft ein tiefer Konflikt: Einerseits prägen langsame Hardware-Zyklen und sequenzielles Denken die Kultur. Das Credo „get it right the first time“, führt vorab zu massivem Planungsaufwand, Silos und einer späten Systemintegration. Regulatorische Standards forcieren oftmals diese Kultur, da sie meist als Wasserfallmodell interpretiert werden. Dem gegenüber steht die Notwendigkeit, auf Marktveränderungen und Lieferkettenprobleme zu reagieren. Zudem erfordern innovative Produkte schnelles Feedback, um ihre Komplexität zu beherrschen. Agilität scheitert aber an den tief verwurzelten Prozessen, da für ihre Potentialentfaltung ein grundlegender Wandel in Prozess und Architektur benötigt wird. Mein Vortrag destilliert aus der eigenen Projekterfahrung Ansätze, wie Agiles Systems Engineering gelingt:
Flexible Hardware-Architektur: Übertragung softwaregetriebener Anpassungsfähigkeit auf physische Systeme.
Unified System Models: Aufbrechen von Silos durch eine gemeinsame einfach zugängliche „Source of Truth“.
Agile Hardware-Praktiken: Übergang von Big Upfront Design zu schnellen Feedback-Loops auch für HW-Designs
Inkrementelle Compliance: Kontinuierlicher Aufbau der technischen Dokumentation während des Designprozesses.
Mit diesen Änderungen kann ein reaktionsschnelles Systems Engineering ermöglicht werden, dass regulatorische Standards nicht nur erfüllt, sondern lebt.