Lesezeit 5 ​​min 17.04.2026

5 Fragen an … Volker Liebert, Team Nachhaltigkeit

Du bist seit 2023 offizieller Nachhaltigkeitsbeauftragter bei inovex. Was genau machst Du in dieser Rolle eigentlich?

Im Grunde bin ich Ansprechpartner für das Thema Nachhaltigkeit bei inovex. Meine Aufgaben lassen sich grob in drei große Blöcke unterteilen:

  • Schnittstelle: Ich bin der Ansprechpartner für sämtliche Fragen zu diesem Thema und zwar sowohl intern für unsere Mitarbeitenden als auch extern für unsere Kunden und Partner.
  • Reporting & Auditing: Ein großer Teil meiner Arbeit ist die Erstellung unserer Nachhaltigkeitsberichte (wie z. B. der DNK-Report) mit allem, was dazugehört. Das reicht von der Erhebung unseres Corporate Carbon Footprints bis hin zur Planung und Begleitung von offiziellen Energieaudits.
  • Weiterentwicklung: Mein Ziel ist es, die Nachhaltigkeitsbemühungen von inovex nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu gestalten. Hier fließen auch die klassischen Aufgaben eines Nachhaltigkeitsbeauftragten ein, z.B. behalte ich neue gesetzliche Vorgaben im Blick oder  sensibilisiere die Kolleginnen und Kollegen.

Hattest du einen persönlichen “Aha-Moment“ in Bezug auf die Verbindung von IT und Nachhaltigkeit?

Mein Aha-Moment lässt sich mit einer Frage zusammenfassen: Heiligt der Prozess immer die Mittel? Einerseits ist die Digitalisierung ein riesiger Hebel für den Klimaschutz. Laut einer aktuellen Bitkom-Studie kann sie fast ein Viertel der in Deutschland benötigten CO2-Einsparungen (bis zu 80 Mio. Tonnen) erbringen.

Andererseits wird im Schatten dieses Potenzials oft vergessen, dass die IT selbst massiv Strom, Wasser und Seltene Erden verbraucht sowie Unmengen an Elektroschrott produziert. Weil IT in anderen Branchen so viel CO2 einspart, wird ihr eigener, riesiger Fußabdruck leider oft toleriert oder schlicht ignoriert.

Das ist das große Paradoxon: In klassischen Industrien achtet man mittlerweile penibel auf CO2-Reduktion, in der IT ist der eigene Verbrauch oft noch gar kein Thema. Und das, obwohl man in digitalen Systemen viel schneller und einfacher Energie einsparen kann. Wir dürfen IT also nicht nur als Werkzeug für andere sehen, sondern müssen anfangen, sie selbst konsequent nachhaltig zu bauen.

Was waren die Herausforderungen bei der Erstellung des DNK Reports?

Ganz klar: Die initiale Datenbeschaffung. Es ist gerade zu Beginn eine Mammutaufgabe, valide Kennzahlen über alle Standorte, Bereiche und Abteilungen hinweg zusammenzutragen und Themen wie beispielsweise die Nebenkostenabrechnungen haben des Öfteren zu Kopfschmerzen geführt.

In der DNK-Erklärung legt ihr sehr detailliert eure Kennzahlen offen – von CO2-Emissionen bis hin zu Weiterbildungsbudgets. Warum ist Transparenz in diesem Bereich gerade heute für Unternehmen so entscheidend, sowohl gegenüber Kunden als auch gegenüber den eigenen Mitarbeitenden?

Kurz gesagt: Weil Transparenz das einzige wirksame Mittel gegen Greenwashing ist.

Für unsere Kunden ist sie längst eine harte Business-Notwendigkeit. Wegen strenger gesetzlicher Vorgaben wie der CSRD brauchen sie unsere validen Kennzahlen zwingend für ihre eigenen Nachhaltigkeitsberichte und Scope-3-Emissionen. Wir sind Teil ihrer Lieferkette, also müssen wir liefern. Für unsere Kolleg:innen geht es schlicht um ehrliche Kommunikation und Nachvollziehbarkeit.

Gibt es 2026 ein Thema, auf das Du als Nachhaltigkeitsbeauftragter besonders schaust?

Da gibt es vor allem zwei große Themen. Das erste ist unser Wechsel auf den VSME-Berichtsstandard (Voluntary SME). Da wir als Unternehmen nicht (mehr) direkt von der europäischen CSRD-Pflicht betroffen sind. Das zweite Thema betrifft die Chancen im Schnittbereich  zwischen Künstlicher Intelligenz und Green IT. KI bietet uns und unseren Kunden riesige Potentiale, bei denen wir aber auch die benötigten Ressourcen nicht aus dem Blick verlieren..

 

Vielen Dank, lieber Volker! 

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