Embedded Systems &
vernetzte Sensorik

Software auf dem Gerät, nicht nur im Rechenzentrum: Betriebssysteme, Treiber, Signalverarbeitung und sichere Updates, für neue unbemannte Systeme wie für Bestandsmaterial.

Was ein Gerät kann, entscheidet die Software

Unsere Unterstützung in verschiedenen Anwendungsgebieten

Zwei Welten, dieselbe Frage. Bei Systemen, die seit Jahrzehnten in Nutzung sind, entscheidet die Software darüber, ob neue Sensorik anbindbar und Schwachstellen schließbar bleiben. Bei unbemannten Systemen mit kurzen Zyklen und hohen Stückzahlen entscheidet sie darüber, wie schnell eine neue Fähigkeit im Feld ankommt.

Wir entwickeln diese Software: Betriebssystembasis und Treiber, Verarbeitung von Audio-, Video- und Sensordaten auf dem Gerät, Vernetzung heterogener Systeme und kryptografisch abgesicherte Aktualisierung im Feld. Das ist Software Defined Defence auf Geräteebene. Die Hardware kommt aus Ihrem Haus oder von Ihren Zulieferern.

Betriebssystembasis für eigene Geräte

Wir entwickeln für Sie gehärtete Embedded-Linux-Distributionen auf Yocto-Basis und auf dem Echtzeitbetriebssystem Zephyr für Geräte mit knappem Speicher- und Energiebudget. Anwendungen laufen darauf in C, C++ oder Rust, je nach Plattform. Der Vorteil eines eigenen Baukastens gegenüber einer Fertigdistribution: Jede Komponente ist bekannt, patchbar und in ihrer Zusammensetzung nachweisbar, auch über große Bestände und lange Nutzungsdauern.

Signal-, Audio- und Bildverarbeitung am Gerät


Verarbeiten Sie Ihre Daten dort, wo sie entstehen: Ob Sprachverständlichkeit unter schwierigen akustischen Bedingungen, Videopipelines auf leistungsbegrenzter Hardware oder energieeffiziente Sensordatenanalyse (inklusive KI) – wir bieten echtzeitfähige Edge-Lösungen für schnelle Reaktionszeiten. Das minimiert Ihren Bandbreitenbedarf und sorgt für Funktionsfähigkeit auch ohne Netzwerkverbindung.

Sichere Aktualisierung im Feld


Updates nutzen kryptografisch signierte Pakete, A/B-Verfahren mit automatischem Rückfall auf den letzten funktionierenden Stand, Integritätsprüfung auf dem Gerät und automatisierte Tests vor der Verteilung, bei Bedarf gegen die reale Hardware (HIL/SIL). Die Auslieferung erfolgt aus der Ferne mit sparsamem Bandbreitenbedarf oder vor Ort über lokale Datenträger in air-gapped Umgebungen, auch für gemischte Gerätebestände. Ohne belastbaren Update-Weg bleibt jede Schwachstelle im Feld dauerhaft.

Herstellerneutrale Gerätevernetzung

Wir führen für Sie Komponenten unterschiedlicher Hersteller und Kommunikationsstandards zu einem überwach- und steuerbaren Verbund zusammen. Dazu gehören eine gemeinsame Zeitbasis, der Umgang mit unterbrochenen und schwankenden Verbindungen und eine Schnittstellenschicht, die neue Geräte aufnimmt, ohne dass der Bestand jedes Mal angepasst werden muss.

Plattformsoftware für Software Defined Radio (SDR)

Wir entwickeln Plattformsoftware, die echtzeitfähig und auf begrenzte Hardware ausgelegt ist – mit Betriebssystembasis, hardwarenahem Treiber für das HF-Frontend, gesichertem Start mit Signaturprüfung, Geräteidentität und -management, signierte Updates von Firmware und Wellenform im Feld sowie die Anbindung an übergeordnete Systeme. Wellenform, HF-Design und Kryptografie kommen von Ihren Spezialisten und werden über definierte Schnittstellen der Plattform eingebunden.

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Ich freue mich auf Ihre Anfrage.

Dr. Florian Wilhelm

Erst die Softwarebasis, dann die Fähigkeit.

Im ersten Termin klären wir, auf welcher Basis Ihre Geräte laufen, wie Änderungen in den Bestand kommen und wo die Pflege über den Zyklus offene Fragen hat.

So profitieren Sie von uns als Partner

Embedded-Software entwickeln wir seit 2009, heute auf offenen Basistechnologien wie Embedded-Linux aus dem Yocto-Baukasten und dem Echtzeitbetriebssystem Zephyr, für Geräte unserer Kunden von Industriesystemen über intelligente Kamerasysteme bis zu Audiogeräten und Medizintechnik.

Wir bauen auf Embedded-Linux-Distributionen aus dem Yocto-Baukasten und auf das Echtzeitbetriebssystem Zephyr, also auf Grundlagen, die Sie einsehen, selbst pflegen und im Bedarfsfall auch ohne uns weiterführen können. Sie erhalten eine Softwarebasis, deren Bestandteile dokumentiert und austauschbar sind, statt eines Systems, dessen Wartung an einen Hersteller gebunden ist.

Unsere Security-Fachleute sind Teil der Projektteams, nicht eine nachgelagerte Prüfinstanz. Gesicherter Start, gehärtete Abbilder, Schlüsselverwaltung bis in einen Hardware-Vertrauensanker wie das Trusted Platform Module und signierte Updates entscheiden wir mit der Architektur, weil sie sich später nur mit hohem Aufwand nachrüsten lassen. Das gilt auch für die Sprachwahl: Wir setzen Rust ein, wo speichersichere Sprachen eine ganze Klasse von Schwachstellen ausschließen. Regelwerke für vernetzte Geräte wie ETSI EN 303 645, die Funkanlagenrichtlinie und den Cyber Resilience Act verfolgen wir laufend.

Wir planen von Anfang an für die Zeit nach der Auslieferung: nachvollziehbare Zusammensetzung der Systemabbilder, reproduzierbare Builds, belastbare Update-Wege in den Bestand. Das trägt in beide Richtungen. Bei kurzen Zyklen zählt, wie schnell eine Änderung auf tausend Geräten ankommt. Bei langen zählt, ob ein System nach fünfzehn Jahren noch patchbar ist. Beides ist dieselbe Fähigkeit, nämlich Kontrolle über Veränderung.

Wir arbeiten auf allen Ebenen zwischen Hardware und Anwendung: Kernel und Treiber, Betriebssystembasis, Anwendung auf dem Gerät, Anbindung an Backend und Cloud. Weil dieselben Teams beide Enden kennen, entfällt die Reibung an der Schnittstelle, an der Embedded-Vorhaben üblicherweise teuer werden. Für die Auswertung der Daten greifen wir auf eigene Data- und Cloud-Teams zurück, nicht auf Zulieferer.

Fragen zur Digitalisierung in der Rüstung und Verteidigung

Yocto, Zephyr oder Bare-Metal: Welche Betriebssystembasis eignet sich für Embedded-Systeme im Defence-Umfeld?

Die Wahl hängt an Speicher, Energiebudget, Echtzeit- und Pflegeanforderungen. Bare-Metal ohne Betriebssystem eignet sich für kleinste Mikrocontroller mit einer festen Aufgabe. Zephyr ist ein Echtzeitbetriebssystem für Geräte mit knappem Speicher- und Energiebudget, das Vernetzung, Sicherheitsfunktionen und Updates bereits mitbringt. Eine mit Yocto gebaute Linux-Distribution ist die Wahl, wenn ein vollwertiges System mit komplexer Anwendung, langer Pflegeperspektive und großen Gerätebeständen gebraucht wird. Wo eine Zulassung nach Safety-Normen verlangt wird, engt das die Auswahl ein, weil zertifizierbare Varianten vor allem im Echtzeitbereich existieren. Die Entscheidung gehört an den Anfang, weil sie später kaum revidierbar ist.

Wie funktionieren Over-the-Air-Updates (OTA) bei schlechter oder fehlender Netzverbindung?

Über drei Bausteine. A/B-Partitionierung hält zwei Systemstände vor: Schlägt die Installation fehl oder bricht die Übertragung ab, startet das Gerät mit dem bisherigen Stand. Unterbrechungstolerante Übertragung setzt nach einem Abbruch an derselben Stelle wieder auf, statt von vorn zu beginnen, und differenzielle Pakete übertragen nur, was sich geändert hat. Die kryptografische Prüfung von Signatur und Integrität erfolgt auf dem Gerät selbst, sodass auch ohne Verbindung zu einem Server entschieden werden kann, ob ein Paket vertrauenswürdig ist. Ist gar keine Netzverbindung vorgesehen, etwa in air-gapped Umgebungen, läuft derselbe Ablauf über lokale Datenträger, mit derselben Prüfung.

Was ist Software Defined Radio?

Bei einem Software Defined Radio übernimmt Software Aufgaben, die in klassischen Funkgeräten in fester Schaltung liegen: Modulation, Filterung, Protokolle, die Wahl der Wellenform. Analog bleibt nur das Hochfrequenz-Frontend, das Signale sendet, empfängt und digitalisiert. Der Grund für diesen Aufbau ist wirtschaftlich: Ein Funkgerät bleibt oft Jahrzehnte im Bestand, während sich Wellenformen, Verschlüsselungsverfahren und Partneranforderungen deutlich schneller ändern. Bei fester Schaltung heißt jede solche Änderung Neubeschaffung oder Umbau in der Werkstatt. Bei einem SDR heißt sie Update. Dieselbe Hardware kann neue Wellenformen lernen, mit anderen Systemen interoperabel werden oder Schwachstellen schließen, und eine Plattform kann mehrere Gerätetypen ersetzen, was Beschaffung, Ausbildung und Ersatzteilhaltung vereinfacht. Der Preis dafür ist, dass das Funkgerät zu einem eingebetteten System wird, mit allen Fragen, die daraus folgen: welches Betriebssystem darauf läuft, wie Updates sicher ins Feld kommen und wie geprüft wird, dass nur echte Software startet.

Was bedeutet Embedded Security konkret?

Im Kern vier Dinge: ein gesicherter Startvorgang (Secure Boot), der nur geprüfte Software ausführt, ein gehärtetes Systemabbild ohne unnötige Dienste, sichere Verwahrung von Schlüsseln in einem Hardware-Vertrauensanker wie einem Trusted Platform Module und ein Aktualisierungsweg, über den Schwachstellen tatsächlich geschlossen werden können. Der letzte Punkt wird am häufigsten übersehen und entscheidet über die Sicherheit nach Jahr drei.

Rust, C oder C++ für Embedded Systems: Was spricht wofür?

C ist die Basis der meisten Echtzeitbetriebssysteme, auch von Zephyr, und bleibt dort gesetzt, wo Kernel, Treiber und Herstellerbibliotheken es vorgeben. C++ trägt komplexe Anwendungslogik auf Linux-Systemen und bleibt die Wahl, wo bestehender Code weiterentwickelt wird oder ein Zulassungspfad eine qualifizierte Werkzeugkette verlangt. Rust schließt durch Speichersicherheit eine ganze Klasse von Schwachstellen aus, die in C und C++ einen großen Teil der schweren Sicherheitsfehler ausmacht, und eignet sich deshalb für Neuentwicklungen auf Linux und Bare-Metal, wo Werkzeugkette und Plattform es tragen. Die Abwägung lohnt pro Komponente, nicht pro Projekt, weil sich alle drei in einem System kombinieren lassen.

Warum gilt Software Defined Radio als Baustein digitaler Souveränität?

Weil bei einem SDR die Wellenform Software ist und damit im Eigentum und in der Kontrolle des Betreibers liegen kann, statt fest in das Gerät eines Herstellers eingebaut zu sein. Wer die Wellenform selbst besitzt oder sie über einen offenen Standard wie die Software Communications Architecture zwischen Geräten portieren kann, ist nicht an einen Gerätehersteller gebunden, kann Interoperabilität mit Partnern per Update herstellen und Geräte verschiedener Hersteller mit derselben Wellenform betreiben. Das gilt mit einer Einschränkung: Die Verschlüsselung bleibt in der Regel in eigenen, zugelassenen Modulen und unterliegt eigenen Regeln. Souveränität beim SDR heißt deshalb vor allem Kontrolle über Wellenform und Plattformsoftware, nicht über die Kryptografie.

Was verlangt der Cyber Resilience Act von Embedded-Geräten?

Der CRA verpflichtet Hersteller vernetzter Produkte, Sicherheit über den gesamten Lebenszyklus nachzuweisen: keine bekannten ausnutzbaren Schwachstellen bei Auslieferung, sichere Standardkonfiguration, Sicherheitsupdates über den Unterstützungszeitraum, ein Prozess zur Behandlung und Meldung von Schwachstellen und eine Software-Stückliste der Abhängigkeiten. Die Meldepflichten gelten seit September 2026, die übrigen Pflichten ab Dezember 2027. Produkte, die ausschließlich für Verteidigung oder nationale Sicherheit entwickelt werden, sind ausgenommen; Komponenten und Dual-Use-Produkte in der Regel nicht. Für Embedded-Geräte heißt das praktisch: reproduzierbare Systemabbilder, nachvollziehbare Zusammensetzung und ein belastbarer Update-Weg, denn ohne ihn lässt sich die Update-Pflicht nicht erfüllen.

Warum Sensordaten direkt auf dem Gerät verarbeiten statt in der Cloud?

Aus vier Gründen. Latenz: Eine Reaktion in Millisekunden verträgt keinen Umweg über ein Rechenzentrum. Bandbreite: Ein Videostrom oder ein Sensor mit hoher Abtastrate lässt sich nicht dauerhaft übertragen, ein Ergebnis schon. Verfügbarkeit: Funktionen, die am Gerät laufen, arbeiten auch ohne Verbindung weiter. Vertraulichkeit: Daten, die das Gerät nicht verlassen, müssen nicht geschützt übertragen und andernorts gespeichert werden. Der Preis sind begrenztes Rechen- und Energiebudget, was Modellgröße und Verfahren einschränkt, und ein Update-Weg, der Änderungen an der Auswertung auf jedes Gerät bringt.

Hardware-in-the-Loop oder Software-in-the-Loop: Wie testet man Embedded-Software automatisiert?

Beides sind Verfahren, um Gerätesoftware gegen ihr Umfeld zu testen, ohne jedes Mal das komplette System aufzubauen. Software-in-the-Loop (SIL) führt die Software in einer Emulation oder Virtualisierung aus. Das setzt voraus, dass es eine Ausführungsumgebung gibt, in der Tests ohne die echte Hardware aussagekräftig sind, was bei hardwarenaher Software oft nicht der Fall ist. Hardware-in-the-Loop (HIL) testet auf dem realen Gerät, während der Rest des Systems simuliert oder durch ein Gegenstück ersetzt wird. Die Bandbreite ist groß: von Rack-Aufbauten, die ein ganzes Fahrzeug nachbilden, bis zu zwei über Kreuz verbundenen Funkgeräten, die einander als Gegenstelle dienen und per Skript angesteuert werden. Entscheidend ist nicht die Größe des Aufbaus, sondern ob er die Fragen beantwortet, die vor einer Auslieferung offen sind, und ob er in der Pipeline automatisiert läuft.

Dr. Florian Wilhelm
Head of Data Science
Ihr Ansprechpartner für Defence & Security
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Dr. Florian Wilhelm

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