[IT Executive Summit 2026] Digitale Souveränität: Mal weg vom Buzzword!
Tobias Joch zeigt, wie Unternehmen dank Digitaler Souveränität neben mehr Compliance auch zu mehr Handlungsstärke gelangen.
Strategische Handlungsstärke statt bloßer Compliance
In einer Ära, in der über 80 % der europäischen Unternehmen massiv von außereuropäischen Akteuren abhängig sind , ist technologische Unabhängigkeit kein reines IT-Thema mehr – sie ist ein hartes Geschäftsrisiko, das die Kernwertschöpfung bedroht.
Der Trugschluss der Standort-Frage
Wahre Souveränität wird nicht allein dadurch erreicht, dass Server physisch in Europa stehen. Eine rein juristische oder geografische Betrachtung greift zu kurz. Es geht nicht um absolute Isolation, sondern um eine intelligente Balance zwischen der Nutzung globaler Innovationen und der Wahrung eigener Unabhängigkeit.
Die Kernpunkte des Vortrags
- Weg vom „Einkaufen“, hin zum „Machen“: Souveränität lässt sich nicht als Lizenz am Markt erwerben. Der Fokus muss von bloßer Beschaffung auf echte, eigene Wertschöpfung verlagert werden.
- Engineering als Herzstück: Echte digitale Handlungsstärke entsteht im „Maschinenraum“ des Unternehmens durch technische Kompetenz, nicht in der Rechtsabteilung.
- Plattform-Expertise kontrollieren: Unternehmen müssen eigene, maßgeschneiderte Plattformen entwickeln, um ihr digitales Schicksal selbst zu steuern, statt Black-Box-Lösungen zu akzeptieren.
- Das Hyperscaler-Dilemma lösen: Die Innovationskraft globaler Cloud-Anbieter ist unverzichtbar. Die Herausforderung besteht darin, diese zu nutzen, ohne in eine proprietäre Sackgasse (Vendor Lock-in) zu geraten.
Die architektonische Exit-Strategie
Um Flexibilität zu wahren, setzt die Strategie auf drei Säulen:
- Open Source: Offene Quellcodes sichern Transparenz und verhindern Abhängigkeiten.
- Standardisierung: Einheitliche Schnittstellen ermöglichen die Portabilität zwischen Providern
- Best-of-Breed: Cloud-Dienste werden punktuell und flexibel eingesetzt, während die Hoheit über Daten und IT-Wertschöpfung im eigenen Haus bleibt.
Das Fazit
Ein Plädoyer für mehr „Build“ statt nur „Buy“ an den entscheidenden Stellen. Souveränität bedeutet, Abhängigkeiten als Architekturrisiko aktiv zu managen
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