Nexus 6P im Langzeittest: Die neue Android-Referenz

Ende 2015 veröffentlichte Google zum ersten Mal seit Start des Nexus-Programms 2 Smartphones parallel – das Nexus 5X soll den Kerngedanken als günstigeres Entwicklergerät fortführen während das Nexus 6P den Premiumbereich bedient. Ob dieser Vorstoß ins obere Preis- und Leistungssegment geglückt ist, klärt unser Langzeittest.

Testmodus: Diesem Testbericht liegt die Erfahrung zweier Autoren zugrunde, die das Nexus 6P in den 64 GB-Varianten Frost respektive Aluminium über mehrere Wochen hinweg als primäres Smartphone verwendeten. Bereiche, in denen beide unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben, werden im Text hervorgehoben.

Googles Nexus-Serie hatte seit ihrem Start im Januar 2010 vor allem 2 Hauptverkaufsargumente, die ihr über die Jahre hinweg eine treue Anhängerschaft garantierten: Zunächst ein reines Android ohne Herstelleranpassungen, das zudem schnelle Updates mit sich brachte und sich so optimal für Entwickler eignete. Später kamen zudem gute – wenngleich nicht die besten – Hardware-Spezifikationen bei niedrigem Preis hinzu.

Was man bislang allerdings nicht mit Nexus-Geräten verbunden hatte, ist ein Fokus auf ausgefeiltes Geräte-Design und Premium-Materialien. Und genau das will das Nexus 6P ändern.

Auf einen Blick

Maße 159,3 x 77,8 x 7,3 mm
Gewicht 178 Gramm
Display 5,7 Zoll AMOLED
Dispalyauflösung 2560 x 1440 (WQHD, 2K)
SoC Qualcomm Snapdragon 810
Prozessortakt 4 x 1,55 GHz, 4 x 2 GHz
GPU Adreno 430
RAM 3 GB
ROM 32, 64 oder 128 GB
Kameras 12 MP, 8 MP
Kamera-Features HDR, 4K @30 FPS, 720P @240 FPS, Laser-Autofokus
Konnektivität WLAN b/g/n/ac, LTE, HSPA, Bluetooth 4.2 (LE), USB 2.0 (Typ C)
Akku 3450 mAh

Gerätedesign und Verarbeitung des Nexus 6P

Nexus-typisch ist die Front des Smartphones unabhängig von der gewählten Gehäusefarbe in Schwarz gehalten. So entsteht bei ausgeschalteten Display ein minimalistisch-homogener Eindruck, der lediglich von den Stereo-Frontlautsprechern sowie der Front-Kamera durchbrochen wird – im Vergleich zu anderen Smartphones sind die üblichen Annäherungs- und Helligkeitssensoren unterhalb des oberen Lautsprechergrills nicht auf den ersten Blick zu sehen.

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Die von Gorilla Glass 4 geschützte Display-Einheit wird eingefasst von einem Aluminium-Unibody, wahlweise in den Farbvarianten Aluminium, Graphit, Frost und in manchen Märkten Gold. Dabei trennen polierte Fasen jeweils Front, Seite und Rücken und verleihen dem Gerät einen eleganten Touch. An der linken Seite ist der Einschub für die Nano-SIM-Karte untergebracht, oben findet sich die 3,5 Millimeter Klinkenbuchse, rechts der Power-Button und direkt darunter die Lautstärkewippe. Unten schließlich eine Besonderheit der neuen Nexus-Generation, der Anschluss vom USB Typ C.

Rückseitig sticht zunächst der „Visor“ ins Auge, das charakteristische schwarze Glasband, das leicht über das Gehäuse erhaben den Unibody durchbricht und Kamera samt Laser-Autofokus, Blitz und NFC-Antenne beherbergt. Darunter sitzt eine weitere Neuerung, der Fingerabdrucksensor Nexus Imprint, für den Seit Android 6.0 Marshmallow eine einheitliche Implementierung vorliegt. Zentral prangt der typische Nexus-Schriftzug, während ganz unten eine etwas unschöne Kunststoffblende die Schrauben verbirgt, die den Zugang zum Gehäuse erlauben.

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Schon auf den ersten Blick wird klar, dass es sich beim Nexus 6P tatsächlich um das bislang hochwertigste Nexus-Smartphone – wenn nicht sogar Android-Smartphone – handelt. Trotz seiner beachtlichen Bildschirmdiagonale von 5,7 Zoll sorgen die polierten Fasen und sorgfältig gewählten Kurven für eine geradezu filigrane Anmutung, die im krassen Kontrast zu seinem wuchtigen Vorgänger Nexus 6 stehen – das intern sicher nicht zufällig nach einem Schwertwal benannt wurde. Etwas exzentrisch und sicherlich nicht jedermanns Geschmack ist das schwarze Glasband, das jedoch je nach Farbwahl des Gehäuses kaschiert oder stärker hervorgehoben werden kann.

Doch nicht nur optisch, auch haptisch kann das Gerät überzeugen. Mit 159,3 x 77,8 x 7,3 Millimetern ist das Nexus 6P zwar größer als manch anderes Smartphone mit ähnlich großem Bildschirm, es liegt dank der bereits erwähnten Kurven aber dennoch sehr angenehm in der Hand. Der Aluminium-Unibody fühlt sich angenehm kühl an, die gleichmäßig breiten Seiten bieten einen guten Griff. Lediglich der Power-Button besitzt einen etwas schwammigen Druckpunkt, während die Lautstärkewippe angenehm hart klickt.

Das Display des Nexus 6P

Das Display des Nexus 6P beruht auf Samsungs AMOLED-Technologie und besitzt eine Diagonale von 5,7 Zoll bei einer WQHD-Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln, was einer Pixeldichte 518 ppi entspricht. Typisch für diese Technologie sind die tiefen Schwarztöne, die dadurch entstehen, dass jeder Pixel individuell angesteuert und bei Bedarf abgeschaltet werden kann. Ebenso typisch sind die stark gesättigten Farben, die dem Display eine sehr poppige Anmutung verleihen. Wem die Farben zu grell sind, der kann allerdings softwareseitig einen sRGB-Modus aktivieren, der eine typische LED-Farbwiedergabe erzwingt.

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Aufgrund seiner hohen Auflösung wird sogar kleinster Text auf dem Display lesbar dargestellt, die Qualität ist dabei unabhängig von Betrachtungswinkel hervorragend. Lediglich unter manchen zu steilen Winkeln tritt die AMOLED-typische Regenbogenbildung auf. Im Gegensatz zum Vorgänger Nexus 6 kann das Display auch auf niedrigster Helligkeit überzeugen, ohne zu sehr ins Gelb- oder Rotstichige abzurutschen.

Die Kameras des Nexus 6P

Auch die Hauptkamera, bislang eine Schwachstelle der Nexus-Smartphones, wurde von Google stark überarbeitet – sowohl hinsichtlich ihrer Hard- als auch ihrer Software. Erstere stammt von Sony und besticht mit zwar eher durchschnittlichen 12 Megapixeln Auflösung, dafür aber besonders großen, lichtempfindlichen Pixeln: Dank 1,55 µm Größe sollen besonders bei ungünstigen Lichtverhältnissen nachts oder in der Dämmerung gute Fotos möglich sein. Notfalls unterstützt ein Zweiton-LED-Blitz, für schnelle Reaktionszeit sorgt der Laser-Autofokus.

Hinsichtlich dieser Spezifikationen unterscheidet sich das Nexus 6P nicht von seinem kleinen Bruder 5X, es bietet darüber hinaus aber noch einige Premium-Features. Das schnellere Snapdragon 810 SoC (dazu später mehr) etwa erlaubt Zeitlupenaufnahmen mit 240 FPS bei 720p und Burst-Fotografie. 4K-Video bei 30 FPS dagegen gehört bei beiden Smartphones zur Standardausstattung.

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Auch Googles neue Kamera-App war zunächst exklusiv für Nexus 5X und 6P verfügbar. Diese vereinheitlicht die Ikonografie, bringt sie mehr in Einklang mit der Gestaltung gängiger Kamera-Apps und vereinfacht den Wechsel zwischen Video- und Fotoaufnahme. Besonders praktisch: ein Doppeltapp auf den Power-Button startet sofort die Kamera, selbst aus dem Standby.

Zweifellos ist die Kamera des Nexus 6P die beste, die je in einem Nexus zum Einsatz kam. Mehr noch – sie ist objektiv unter den besten Smartphone-Kameras. Besonders im Dämmerlicht gelingen dank des empfindlichen Sensors und Googles Post-Processing-Algorithmen sehr beeindruckende Bilder – die noch dazu kostenlos und unbegrenzt in hoher Auflösung bei Google Fotos gesichert werden können. Auch Zeitlupenaufnahmen gelingen bei natürlichem Licht sehr gut und müssen sich nicht hinter jenen eines iPhones – der bisherigen Smartphone-Kamera-Referenz – nicht verstecken.

Weit weniger mit dem Primus aus Cupertino vergleichbar ist die Kamera-App – wenngleich beide Tester unterschiedlich gute/schlechte Erfahrungen damit gemacht haben, von „sehr gut“ waren beide entfernt.

So sind etwa relevante Toggles wie das Speichern des Aufnahmeortes tief in den Kameraeinstellungen verborgen, obwohl in der Hauptansicht noch genügend Platz dafür wäre. Weiterhin schwankt die Geschwindigkeit beim Start der Kamera-App ebenso stark wie beim Wechsel zwischen Fotografie und Video. Sogar beim drehen der Kamera vom Portrait- in den Landscape-Modus kommt es mitunter zu Hängern. Gleichermaßen sorgen 4K-Video und 240 FPS-Aufnahmen ab einer gewissen Länge für Abbrüche und Verlust des Videomaterials – zwar nur erratisch, aber dafür umso ärgerlicher. Da die Hardware sehr gut ist und die Software sich per Update nachrüsten lässt, sind wir aber vorsichtig optimistisch.

Die Frontkamera des Nexus 6P löst mit 8 Megapixeln auf und ist damit ebenfalls in der Lage, Videos in Full-HD-Auflösung bei 30 FPS aufzuzeichnen. Auch HD-Videotelefonie und Selfies gelingen damit in der Regel und unter entsprechenden Lichtverhältnissen gut.

Eine GIF-Animation, die aus einem Foto-Burst automatisch erstellt wurde.

Eine GIF-Animation, die aus einem Foto-Burst automatisch erstellt wurde.

Android 6.0 Marshmallow: Die Software des Nexus 6P

Wie seine Vorgänger dient das Nexus 6P als Präsentationsplattform für die neueste Version von Android, in diesem Falle 6.0 „Marshmallow“, in seiner reinsten Form – also frei von jeglichen Anpassungen durch Hersteller wie etwa Samsung oder Huawei. Marshmallow kann als eine Weiterentwicklung seines Vorgängers „Lollipop“ betrachtet werden, bei dem die 2014 eingeführte Designsprache „Material Design“ optimiert wird.

So wurde unter anderem der zuvor entfernte Lautlosmodus wieder eingeführt und die Lautstärkeeinstellungen wurden generell gestreamlined. Nutzer können nun zwischen regulär lauten Benachrichtigungen wählen, nur bestimmten, wichtigen Apps Benachrichtigungen erlauben, nur Weckrufe akzeptieren oder das Gerät komplett lautlos schalten. Alle genannten Modi lassen sich nach einer bestimmten Zeit, nach dem nächsten Weckruf oder manuell beenden.

Lange gewünscht und nun verfügbar ist außerdem das neue vereinfachte Berechtigungssystem. Während Apps zuvor bei der Installation alle benötigten Berechtigungen auflisteten, werden diese nun nur dann abgefragt, wenn sie tatsächlich benötigt werden: Etwa, wenn eine Anwendung auf das Mikrofon, den internen Speicher oder die Kamera zugreifen möchte. Dies soll verhindern, dass Nutzer bei der Installation blind allen Berechtigungen zustimmen und so leichter Opfer von Schadsoftware werden.

nexus-6p-app-drawer nexus-6p-berechtigungen nexus-6p-now-on-tap Lautstärkemodi des Nexus 6P

Der App-Drawer scrollt mit Android 6.0 nunmehr wieder vertikal, statt sich in horizontale Tabs zu unterteilen – dies war bereits bis Android 2.3 „Gingerbread“ der Fall, wurde mit dem Tablet-zentrischen „Honeycomb“ aber abgeschafft. Die oberste Reihe des Drawers zeigt immer kontextrelevante Anwendungen, die das Smartphone von seinem Nutzer lernt, darüber findet sich nun außerdem eine Suchleiste für Apps. Die Suche kann mit einem langen Tap auf das Drawer-Symbol zudem direkt aktiviert werden.

Ein langer Tap auf den Home-Button dagegen aktiviert Now on Tap, eine kontextsensitive Variante von Google Now, die Named Entities, Daten, und Termine auf dem aktuellen Bildschirmausschnitt erfasst und anbietet, sie direkt weiterzuverarbeiten. So können etwa Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens nachgeschlagen oder Termine direkt im Kalender gespeichert werden. Noch ist die Trefferrate nicht optimal, besonders bei Inhalten, die nicht in englischer Sprache verfasst sind, zeigen sich Probleme. Dennoch könnte Now on Tap mit etwas Überarbeitung zukünftig nützliche Shortcuts für Poweruser bieten.

Die übrigen Anpassungen sind vor allem kosmetischer Natur – etwa die verstärkte Verwendung regulärer statt ultra-dünner Schriftschnitte – oder finden unter der Haube statt. So bringt die neueste Android-Version etwa einen grafischen RAM-Manager mit, das Doze-Feature versetzt Apps nach und nach in den Tiefschlaf, um Akkulaufzeit zu sparen, das Share-Menü wurde mit QuickShares überarbeitet, MicroSD-Karten werden konsistent in das Dateisystem integriert und es existiert eine native Unterstützung für den bereits erwähnten Fingerabdruckleser.

Performance & Akku des Nexus 6P

Die Spezifikationen des Nexus 6P lassen nichts zu wünschen übrig: Als zentrale Recheneinheit dient das Snapdragon 810 SoC, das mit 2 x 4 Cores nach dem big.LITTLE-Konzept ausgestattet ist. Das bedeutet, dass alltägliche Aktionen wie die Navigation durch Menüs von 4 ARM Cortex A53-Kernen bei 1,55 GHz durchgeführt werden, rechenintensivere dagegen werden von 4 ARM Cortex A57-Kernen bei 2 GHz übernommen. Zur Seite stehen dabei eine Adreno 430-GPU sowie 3 GB RAM.

Tatsächlich sorgt diese rohe Rechenpower kombiniert mit dem optimierten Android 6.0 Marshmallow dafür, dass das Nexus 6P sich in der Regel so flüssig bedienen lässt wie kein anderes Android-Smartphone. Apps starten ohne Verzögerung, Animationen sind flüssig und selbst anspruchsvolle 3D-Spiele wie Riptide GP 2 oder The Room Three werden flüssig und ohne Ruckeln animiert.

Lediglich in Ausnahmesituationen bricht die Performance stark ein, dann aber so sehr, dass das Gerät vorübergehend unbenutzbar wird. Eine dieser Situationen ist die Aufnahme von 4K-Video oder Zeitlupenvideo für mehr als 4 Minuten, was sicherlich mit Googles – leider schon traditionell – schlechter Kamera-Software zu tun hat. Mitunter verzögert sich sogar der Start der Kamera selbst: Dann lädt nur der Viewfinder, das übrige UI braucht mehrere Sekunden, bevor es auf dem Bildschirm erscheint.

Ein weiteres Performance-Problem zeigt sich, wenn Bluetooth, WLAN und LTE parallel aktiv sind und der Wechsel zwischen zwei Verbindungsarten stattfindet, wenn also etwa vom heimischen WLAN auf das mobile Netzwerk umgeschaltet wird. Generell scheint mit schlechter Datenverbindung automatisch ein Leistungseinbruch einherzugehen – das ist mal verschmerzbar, über längere Zeit aber, etwa bei Bahnfahrten, ärgerlich.

Auch hier gingen die Erfahrungen der beiden Tester auseinander. Während bei einem die Leistungseinbrüche stark negativ auffielen, waren sie beim anderen kaum merklich. Ob dies an der subjektiven Wahrnehmung oder tatsächlich an den Geräten lag, konnte nicht ermittelt werden.

Der Akku des Nexus 6P hat eine beachtliche Kapazität von 3450 mAh und bringt das Smartphone problemlos auch durch lange Arbeitstage. Sollte er dennoch zur Neige gehen, hilft die generell schnellere Ladefunktion über USB Typ C – Qualcomms proprietäres Quick Charge kommt hier nicht zum Einsatz. Nach offiziellen Angaben sollen so nach 10 Minuten des Ladens bis zu 7 Stunden Benutzung möglich sein.

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Das Nexus 6P im Alltag

Die Alltagstauglichkeit des Nexus 6P wurde außerhalb der USA bei Verkaufsstart schon durch den Preis stark eingeschränkt: Die kleinste Variante mit 32 GB kostete zunächst 649 Euro (nach Steuern), was einem Aufpreis von gut 32 Prozent gegenüber dem US-Preis von 499 Dollar (vor Steuern) entspricht – Dies trübte die ansonsten guten bis sehr guten Bewertungen früher Reviewer. Inzwischen allerdings ist das Gerät schon ab 549 Euro erhältlich, was das Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich verbessert und nicht weiter als Beeinträchtigung der Alltagstauglichkeit gewertet werden soll.

Allgemein schlägt sich das Nexus 6P hervorragend als täglicher Begleiter. Trotz seiner Größe passt es noch in jede Hosentasche und ist – zumindest in seinen Grundfunktionen – noch mit einer Hand bedienbar. Als große Hilfe dabei erweist sich der Fingerabdrucksensor Nexus Imprint, der nicht nur sehr schnell reagiert, sondern auch optimal platziert ist, um das Smartphone schon mit dem Zeigefinger zu entsperren, wenn man es gerade aus der Tasche zieht. Damit stellt Nexus Imprint einen sehr guten Kompromiss aus Sicherheit und Bequemlichkeit dar: Es ist sicherer als keine Displaysperre und dabei deutlich schneller bedienbar als die Eingabe einer PIN, eines Musters oder Passworts.

Die generell flüssige Performance macht die Arbeit mit dem Nexus 6P regelrecht zum Vergnügen. Lediglich die Kamera könnte schneller starten, um auch in hektischen Momenten Schnappschüsse einfangen zu können – die übrige Kamera-Hardware ist dank Laser-Autofokus bestens dafür geeignet.

Der Aluminium-Unibody schützt das Nexus 6P nicht nur vor unschönen Fingerabdrücken, die vor allem bei der weißen Variante praktisch nicht sichtbar sind, sondern auch vor Schaden. Lediglich die polierten Fasen neigen zu Mikrokratzern, die bei genauem Hinsehen sichtbar werden. Anfällig für Beschädigungen sind dagegen die Frontscheibe und der rückseitige Visor, die selbst bei vorsichtigstem Umgang Benutzungsspuren zeigen.

Für Video- und Spielekonsum eignet sich das Nexus 6P nicht nur wegen seines großen, hochauflösenden Displays hervorragend, auch die frontal angebrachten Lautsprecher liefern hervorragenden und ausrechend lauten Stereo-Sound.

Wer allerdings schon in das bislang von Google propagierte kabellose Laden nach Qi-Standard investiert hat, wird vom Nexus 6P ebenso wie vom Nexus 5X enttäuscht sein: keines der neuen Flaggschiffe unterstützt die Technologie. Dafür stellt der symmetrische USB Typ C-Anschluss eine große Erleichterung beim Laden dar.

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Fazit: Die neue Android-Referenz

Das Nexus 6P überzeugt auch nach Wochen der Benutzung in fast jeder Hinsicht. Es ist performant, bietet mit Speichervariationen bis 128 GB genügend Platz für Apps und Medien und muss sich zudem als erstes Nexus mit durchdachtem, hochwertigem – wenn auch in manchen Belangen exzentrischem – Design nicht hinter der Konkurrenz verstecken. Lediglich hinsichtlich der Kamera (-Software) besteht noch Verbesserungsbedarf, um mit Produkten aus dem Hause Samsung oder Apple mithalten zu können. Für viele Nutzer dürfte dies ein akzeptabler Kompromiss sein, denn sie erhalten im Gegenzug ein reines Android 6.0 Marshmallow, schnelle Software-Updates und durchweg leistungsstarke und innovative Hardware.

Das Nexus 6P ist als erstes Smartphone seiner Reihe also viel mehr als nur eine Plattform für Googles Software. Die Liebe zum Detail, der offenbar deutlich höhere Grad an Optimierung und die Vermarktung auch an Endnutzer könnten einen ersten Blick in eine Zukunft darstellen, in der Google Android als Marke etabliert und seine Smartphones verstärkt als Produkt platziert.

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